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Team

Wann, wenn nicht jetzt?

Als zweiter Vizebürgermeister und als verantwortungsbewusstes Mitglied des Rottenmanner Gemeinderates kann und will ich dem Stillstand in unserer Stadt nicht länger tatenlos zusehen. Ich fordere den Bürgermeister daher öffentlich auf, endlich aktiv zu werden und rasch entscheidende Schritte für die Zukunft unserer Stadt zu setzen - bevor es zu spät ist!

Das Herz tut mir weh, wenn ich durch unsere Innenstadt gehe: Auf dem Schutthaufen des Einsturzhauses wuchern inzwischen Brennnesseln und Gebüsch, alte Matratzen und sonstiger Sperrmüll des Hauses liegen daneben, der Gehsteig zwischen dem Rathaus und der Post ist bereits seit 14 Monaten (!) gesperrt…. Dazu kommen viele unschöne Haus-Fassaden, seit Jahren mit Absperrgittern abgesicherte Hausmauern, mit Plastikplanen abgedeckte Hausdächer…man kommt aus dem Staunen nicht heraus!

Immer weniger Einheimische sieht man in der Stadt – warum auch? Es gibt bald keinen Grund mehr, die Innenstadt aufzusuchen. Die für die örtlichen Betriebe so wichtige Fußgänger-Frequenz sinkt seit Jahren. Nachdem die SPÖ dafür gesorgt hat, dass nicht nur die Lebensmittelmärkte, sondern auch die neuen Arztpraxen vor der Stadt angesiedelt werden, erleiden die – eh schon wenigen – Innenstadtbetriebe enorme Umsatzeinbußen. So verwundert es nicht, dass schon wieder ein Geschäft geschlossen wird…

Und was macht unser Herr Bürgermeister?

Nichts! Er sieht - erste Reihe fußfrei - zu, wie unsere einst so stolze Stadt langsam zusperrt! Seine Aussagen gehen immer in dieselbe Richtung: „Da kann die Stadtgemeinde nichts machen…“, oder „das geht die Gemeinde nichts an, das ist Privatsache…“ oder so ähnlich…

Hier stellt sich wirklich die Frage: Wozu haben wir dann einen Bürgermeister? Für die Verwaltung reicht der Amtsleiter und gute Mitarbeiter auch. Muss man den Bürgermeister wirklich schon nach so kurzer Zeit an sein Gelöbnis erinnern: „Ich gelobe…das Wohl der Gemeinde nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern...“

Potemkinsches Dorf…

Das einzige, was dem Rottenmanner Bürgermeister zur Innenstadt-Tragödie einfällt, hat er kürzlich der „Kleinen Zeitung“ verraten: Er könne sich „die Errichtung einer architektonisch abgestimmten Mauer vorstellen - dann wäre der Blick auf das Rathaus eindrucksvoller“! Na dann, stellen wir doch einfach eine Mauer auf und tun so, als ob sich dahinter etwas Schönes verbirgt. Man muss halt aufpassen (bei den Stadtführungen), dass nicht jemand dahinter kommt…

Diese „Idee“ ist ja nicht neu: Schon der russische Feldmarschall Potjomkin ließ einer Erzählung zufolge 1787 vor dem Besuch seiner Geliebten und damaligen Zarin Katherina II. in den neu eroberten Gebieten entlang der Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen… Ein „potemkinsches Dorf“ in Rottenmann, das wäre wohl nur eine Idee für den nächsten Faschingsbrief…..doch zurück zur Realität:

Innenstadt-Projekt in Planung

Schon bald nach dem Unglück mit dem Einsturzhaus „Lindmayr“ im Vorjahr haben die Gemeinderäte der unabhängigen Liste WiR festgestellt, dass dieses Unglück auch eine Chance in sich birgt – wenn man nur beherzt und positiv an die Sache herangeht. Nach etlichen Gesprächen mit dem Besitzer des betroffenen Hauses, mit Anrainern und Fachleuten kam zutage, dass - nach Klärung der Schuldfrage und Deckung des Schadens - eine kostengünstige Ablöse der vier sehr alten Gebäude zwischen Rathaus und Post möglich ist.

Unsere Stadtgemeinde hat in den letzten Jahrzehnten Rücklagen (Sparguthaben) für solche Fälle gebildet, z.B. aus dem Verkauf der damaligen Sparkasse sowie des alten Postgebäudes, aber auch aus Holzschlägerungen, etc. Mit einem Teil dieser Sparguthaben könnten problemlos die betreffenden vier Grundstücke/Häuser angekauft, abgetragen und einem Investor (zB Siedlungsgenossenschaft) für eine gut durchdachte Bebauung angeboten werden. Auch dazu gibt es bereits Planungen und Vorgespräche. Aber die SPÖ unter Bgm. Klaus Baumschlager will nicht einmal darüber diskutieren (!?).

Enormer Wertverlust

Da der Bürgermeister offensichtlich lieber die vorhandenen Sparguthaben „verwaltet“, anstatt unsere schwer angeschlagene Innenstadt zu retten, liegen rund 1,5 Millionen Euro an Rücklagen weiterhin auf Bankkonten mit minimaler Verzinsung. Was bei der aktuellen Inflationsrate von rund 2,8 Prozent einen Wertverlust in fünfstelliger Höhe (!) pro Jahr für die Stadtgemeinde bedeutet!

Umgekehrt betrachtet: Je früher wir uns für eine - dringend notwendige - Investition entscheiden, desto günstiger kommt diese. Denn gerade die Baukosten steigen deutlich stärker als die Lebenshaltungskosten (Verbraucherpreis-Index).

Nun hat auch der ehemalige ÖVP-Vizebürgermeister angeboten, sein Projekt (betrifft nur das erste Grundstück) in die inzwischen viel diskutierte, große Lösung mit insgesamt vier Grundstücken einzubringen. Eine kleine Planungsgruppe hat dazu bereits sehr attraktive Entwürfe angefertigt, diese sollen jetzt noch mit Leben gefüllt werden.

Öffentlich präsentiert werden die Pläne - nach Gesprächen mit potentiellen Mietern für die Gewerbeflächen - noch im September. Vielleicht gelingt es bis dahin, auch die SPÖ davon zu überzeugen, dass sie hauptverantwortlich ist für die weitere - positive oder negative - Entwicklung von Rottenmann.

WiR arbeiten jedenfalls entschlossen weiter daran, die Rottenmanner Innenstadt neu zu gestalten und ihr damit wieder neues Leben einzuhauchen. Auch eine neue Fassaden-Färbelungsaktion der Gemeinde liegt uns sehr am Herzen und haben wir bereits im Gemeinderat beantragt.

Gerne nehme ich Ihre persönliche Meinung aber auch Kritik entgegen: Vzbgm. Helmut Schaupensteiner, Telefon: 0664 / 213 0744.

 

 

Opfere mein Projekt für große Lösung

-> Zeitungsbericht vom 19. Juli 2014 in der Kleinen Zeitung - zum Artikel


logo Die klaffende Lücke direkt neben dem Rottenmann Rathaus wird zur Dauereinrichtung. Grundeigentümer stellt sein Projekt zurück.

Wer die Innenstadt von Rottenmann besucht und die, seit mehr als einem Jahr aufgerissene bauliche Wunde neben dem Rathaus sieht, hat als Außenstehender nur einen Eindruck: Rien ne va plus. - Nichts geht mehr. Zur Erinnerung: Nachdem ein Gebäude direkt neben dem 100 Jahre alten Jugendstil-Rathaus abgerissen wurde, stürzte die westliche Wand eines Hauses auf der gegenüberliegenden Seite ein. Die Mieter des Wohnhauses mussten evakuiert werden. Bis heute ist es unbewohnbar. 

Gutachten

Nun haben Gutachter und Gerichte das Wort: Mitte August soll vor Gericht geklärt werden, ob ein strafrechtliches Verschulden von Seiten der Baufirma vorliegt. Zivilrechtlich haben der Grundstückseigentümer, der neben dem Rathaus ein Geschäftshaus mit einem großen Cafe errichten wollte, und der Eigentümer des Mietshauses geklagt. Es geht um mehrere Hunderttausend Euro. Rottenmanns Bürgermeister Klaus Baumschlager sieht keinen Handlungsspielraum: "Wir könnten höchstens mit einer Ersatzvornahme auf Gemeindekosten um 200.000 bis 300.000 Euro das Mietshaus sanieren lassen und die Kosten dann auf dem Regressweg einklagen. Das Risiko gehe ich aber nicht ein."

Inzwischen hat Franz Mayer, der Besitzer der Baulücke, die Geduld verloren und sein Projekt hintangestellt. Deutliches Zeichen: Sein Sohn, für den eine Wohnung im neuen Gebäude vorgesehen war, baut jetzt in der Nähe des Elternhauses.

Hiobsbotschaft

Eigentlich eine Hiobsbotschaft für den Ortskern. Der Bürgermeister kann sich, kommt kein Projekt, die Errichtung einer architektonisch abgestimmten Mauer vorstellen, "damit wäre auch der Blick auf das Rathaus eindrucksvoller". "Das ist ein Blödsinn. So eine Lage muss man nutzen. Die Gemeinde ist überfordert", kann Franz Mayer dem Vorschlag wenig abgewinnen.

Er kann sich vorstellen, sein Grundstück in "ein großes Projekt" einzubringen. Die detaillierten Pläne dafür hat Helmut Schaupensteiner, der zweite Vizebürgermeister von Rottenmann, zum Gespräch mit der Kleinen Zeitung mitgebracht.
Öffentlich präsentiert werden sie nach letzten Abstimmungen im September. Der Plan: Die Gemeinde soll um etwa die Hälfte ihrer 1,5 Millionen Euro Rücklagen insgesamt vier Liegenschaften ablösen. Dann könnten "in Zusammenarbeit mit einer Siedlungsgenossenschaft Wohnungen, ein Einkaufsmarkt, ein Restaurant, eine Konditorei und ein Pub entstehen". "Wann, wenn, nicht jetzt, soll die Gemeinde investieren. Das ist eine Jahrhundertchance", so Schaupensteiner.

GERHARD PLIEM 

 

WiR Aussendung: Juni 2014

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2014-06-aussendung

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